Login   Search      
Weinheimer Initiative
Jahresforum 2012 in Kiel Minimize

 



Jahresforum am 01. & 02. Februar in Kiel

Schwerpunktthema:
"FACHKRÄFTE & KOMMUNALE KOORDINIERUNG: BERUFSEINSTIEGE LOKAL GUT GESTALTEN"


Sehr geehrte Damen und Herren,

heute möchte ich Sie herzlich zum nächsten Jahresforum der „Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative“ einladen. Dies geschieht auch im Namen der Oberbürgermeister Heiner Bernhard  (Weinheim) und Stefan Skora (Hoyerswerda) als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft und des Kieler Oberbürgermeisters Torsten Albig als Mitveranstalter dieses Jahresforums. Wir freuen uns, in Kiel Gast sein zu können.

Das Jahresforum wird stattfinden

von:     Mittwoch, den 1. Februar 2012, 12.30 Uhr

bis:      Donnerstag, den 2. Februar 2012, 13.30 Uhr

Ort:      IHK Kiel

Haus der Wirtschaft in Kiel

Bergstraße 2

24103 Kiel

Das Jahresforum 2012 hat als Schwerpunktthema die aktuell stark diskutierte Frage nach der Fachkräftesicherung. Die Arbeitsgemeinschaft nimmt dies in einer Wendung auf, die ihrer selbstgestellten Aufgabe entspricht, nämlich an der dauerhaften Verbesserung des Übergangs Schule – Arbeitswelt zu arbeiten und hierfür auch kommunale Koordinierungsverantwortung zu übernehmen. Es wird also davon ausgegangen, dass eine lokal gute Gestaltung von Berufseinstiegen ein wichtiger Beitrag für nachhaltige Fachkräftesicherung ist. Diese Zusammenhänge werden in Vorträgen, Gesprächsrunden und Foren beleuchtet und erörtert.

Neben dem aktuellen Schwerpunktthema beschäftigt sich die Arbeitsgemeinschaft fortlaufend damit, wie Koordinierung in ihrer Funktion, Gestaltung und Regelhaftigkeit für den Alltags- „Betrieb“ weiter verbessert werden kann. Hierzu wird ein Block von Fachgruppen angeboten.

Außerdem wird die Landeshauptstadt Kiel – als Gastgeberstadt – ihre Konzepte und Erfahrungen mit Übergangsmanagement und Bildungsregion vorstellen, und es wird erläutert, wie sich das Handlungskonzept Schule-Arbeitsweltdes Landes Schleswig-Holstein zur Koordinierung vor Orthin öffnet.

Hinter den Links finden Sie die  Ankündigung zur Perspektive, die die Arbeitsgemeinschaft auf das Schwerpunktthema einnimmt, und den Programmablauf des Jahresforums sowie Informationen zu organisatorischen Fragen.

Die Rückmeldung senden Sie bitte bis zum 5.1.2012 an das Tagungsbüro, buero@raa-hoyerswerda.com zurück. Sie erhalten dann eine Bestätigung, zusammen mit den detaillierten Unterlagen. Es gilt die Reihenfolge der Anmeldungen.

Für den Fall, das Sie in Kiel eine Hotelübernachtung benötigen, steht Ihnen ein Hotelkontingent zu vergünstigten Konditionen bis zum 20.12., bzw. 23.12.2011 zur Verfügung.

Wir würden uns sehr freuen, Sie in Kiel begrüßen zu können.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Wilfried Kruse

Koordinator
der "Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative"

  Print    


Neu auf der Homepage Minimize

Arbeitsmaterialien zum Jahresforum

Unter dem Menüpunkt "Die Arbeitsgemeinschaft" -> "Jahresforum 2012" finden Sie Arbeitsmaterialien zum Jahresforum 2012 der Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative. Sie sind, wo es möglich ist, den verschiedenen Arbeitsgruppen und Foren des dortigen Programms zugeordnet. 

  Print    


Neu auf der Homepage Minimize

Jetzt hier: Programm Jahresforum 2012 in Kiel

Wir freuen uns Ihnen nun das detaillierte Programm zum Jahresforum 2012 der Weinheimer Initative präsentieren zu können.

Das Jahresforum wird vom am 01. und 02. Februar in der Landeshauptstadt Kiel stattfinden.

Hier finden Sie nun den Ablaufplan mit Liste der Referentinnen und Referenten.

  Print    


Kieler Erklärung Minimize

"Kieler Erklärung"

Anlässlich ihres Jahresforum 2012 veröffentlichte die Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative die "Kieler Erklärung".
Die Erklärung wurde von Dr. Wilfried Kruse (Koordinator Weinheimer Initative), Torsten Albig (Oberbürgermeister Landeshauptstadt Kiel), Heiner Bernhard (Oberbürgermeister der Stadt Weinheim & Sprecher der Weinheimer Initative) und Stefan Skora (Oberbürgermeister der Stadt Hoyerswerda & Sprecher der Weinheimer Initative) unterzeichnet:

 FACHKRÄFTE & KOMMUNALE KOORDINIERUNG: BERUFSEINSTIEGE LOKAL GUT GESTALTEN

 Kommunale Koordinierung bei der lokalen Gestaltung der Übergänge von der Schule in die Arbeitswelt:  das ist das Markenzeichen der „Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative“ und der bei ihr mit arbeitenden Städte und Landkreise. Übergänge sind dann erfolgreich, wenn die jungen Erwachsenen in der Arbeitswelt gut ankommen und sich ihnen optionsreiche Perspektiven für ihre berufliche Zukunft eröffnen.

Nach mehr als einem Jahrzehnt, in denen viele Jugendliche mit ihrem Wunsch nach einem Ausbildungsplatz scheiterten, wird nun die Befürchtung laut, dass Ausbildungsplätze nicht zu besetzen seien und sich damit der befürchtete Fachkräftemangel verschärfe. „Niemand darf zurückbleiben“ als sozialpolitisches Motto der vergangenen Periode wird ergänzt oder ersetzt durch das Motto: „Jede und jeder wird gebraucht“. Diese Veränderungen lassen erwarten, dass sich die Chancen, die Jugendliche beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt haben, verbessern.

Ein erweitertes Verständnis von Übergang und Koordinierung

Erledigt sich damit die kommunale Herausforderung, durch die Förderung und Gestaltung von Übergängen Zukunftssicherung für die jungen Menschen wie für das Gemeinwesen insgesamt zu betreiben? Die Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative sieht die Koordinierung am Übergang Schule – Arbeitswelt nicht als eine vorübergehende Aktivität an, sondern als eine Daueraufgabe. [...]

Weiterlesen

  Print    


01. / 02. Februar: Jahresforum 2012 in Kiel Minimize

FACHKRÄFTE & KOMMUNALE KOORDINIERUNG: BERUFSEINSTIEGE LOKAL GUT GESTALTEN

 Kommunale Koordinierung bei der lokalen Gestaltung der Übergänge von der Schule in die Arbeitswelt: das ist das Markenzeichen der „Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative“ und der bei ihr mit arbeitenden Städte und Landkreise1. Übergänge sind dann erfolgreich, wenn die jungen Erwachsenen in der Arbeitswelt gut ankommen und sich ihnen optionsreiche Perspektiven für ihre berufliche Zukunft eröffnen. Insbesondere steht die Chancengerechtigkeit für Jugendliche aus benachteiligten Familien im Fokus des Übergangsmanagements. Scheitern Jugendliche an dieser Nahtstelle, sind häufig ein langer Transferleistungsbezug und Einkommensarmut vorprogrammiert. Hier haben die Kommunen eine besondere Verantwortung.

Im Szenario eines drohenden Fachkräftemangels, das zu einem öffentlichen Leitthema geworden ist, nimmt die betriebliche Berufsausbildung eine Schlüsselrolle ein. Nach mehr als einem Jahrzehnt, in denen viele Jugendliche mit ihrem Wunsch nach einem Ausbildungsplatz scheiterten, wird nun die Befürchtung laut, dass Ausbildungsplätze nicht zu besetzen seien und sich damit der Fachkräftemangel verschärfe. Erledigt sich damit kommunale Herausforderung, durch die Förderung und Gestaltung von Übergängen Zukunftssicherung für die jungen Menschen wie für das Gemeinwesen zu betreiben?

Das „Lehrstück Übergang“2 zwingt dazu, dies nicht nur aus dem Blickwinkel der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes zu betrachten, sondern auch aus der Sicht der Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst: Attraktivität & Qualität von Ausbildung als Einstieg in das Berufsleben sowie Fragen von Zugang, Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit werden so – aus beiden Perspektiven – zu einer zentralen Zielgröße.  Sie rücken damit auch in die kommunale Aufmerksamkeit, denn gelingende Einstiege in die Arbeitswelt waren und sind eine entscheidende Grundlage für die wirtschaftliche und soziale Zukunft der Städte und Landkreise.

Damit ist das thematische Dreieck des Jahresforums 2012 umrissen: Fachkräfte – Berufseinstiege/ Ausbildung – Kommunale Koordinierung.

Thema 1: Fachkräfteentwicklung. Beiträge aus dem Jahresforum 2011 liefern einen differenzierten Impuls: sie kontrastieren nämlich den von der Wirtschaft artikulierten drohenden Fachkräftemangel mit differenzierten Ergebnissen aus der Arbeitsmarktprognostik und einem Plädoyer, Zukunft auch vom individuellen und gesellschaftlichen Bedarf an Bildung her zu gestalten. Das Jahresforum 2012 Kiel wird dieser spannungsreichen Differenzierung, die vor allem ein Fragezeichen hinter Sachzwanglogiken setzt, weiter nachgehen und dies insbesondere noch einmal auf den lokalen und regionalen Handlungsrahmen beziehen.

Thema 2: Berufseinstiege/ Ausbildung. Dies wird den Hauptteil des Jahresforums 2012 ausmachen: Ausbildung wird hier als Berufsausbildung verstanden, wie sie in einer erheblichen Variationsbreite mittlerweile Realität „vor Ort“ ist. Neben der betrieblich „dualen Ausbildung“ geht es auch um vollschulische Bildungsgänge sowie um den Funktionswandel und faktischen Bedeutungsgewinn der beruflichen Schulen. Zweite und weitere Chancen des Wiedereinstiegs in Bildung im Verlaufe des Erwachsenenlebens müssen mit bedacht werden. Alle Orte der Ausbildung (wie der Weiterbildung) künftiger Fachkräfte sind zugleich Etappen individueller Bildungsgänge und Räume von wichtigen Erfahrungen mit und in der Arbeitswelt, vor allem auch am „Lernort Betrieb“. Insofern wird hier direkt an das letztjährige Schwerpunktthema „Lehrstück Übergang“ angeknüpft. Attraktivität & Qualität wird u. a. durch die Erkundung innovativer pädagogischer Ausbildungspraxis nachgegangen.

Thema 3: Kommunale Koordinierung. Schließlich wird erörtert, wie – vor dem Hintergrund eines differenzierten Bildes von Fachkräfteentwicklung – die attraktive und qualitätsvolle Gestaltung der lokalen „Landschaft der Berufsausbildung“ zum Gegenstand „Kommunaler Koordinierung“ werden kann. Beispiele einer solchen Thematisierung aus Städten und Landkreisen bilden den Ausgangspunkt für die Fortschreibung eines angemessenen Verständnisses von lokaler Übergangsgestaltung. „Jede/r wird gebraucht“ und „niemand darf aufgegeben werden“ ist der Ausgangspunkt des kommunalen Engagements. Einer Bildungspartnerschaft mit den Ländern kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu.

Die Kieler Erklärung wird vor allem zu Anforderungen an Attraktivität & Qualität von Berufsausbildung aus kommunaler Sicht Stellung beziehen.

Das Jahresforum 2012 der „Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative" in Kiel findet statt am 1./2.Februar 2012.

  Print    


Tagung in Weinheim Minimize

Nicht nachlassen am Übergang

Bildungsexperten der „Weinheimer Initiative“ tagten in Weinheim -  Auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren

Weinheim. Die Zeiten haben sich geändert. Vor ein paar Jahren noch war für junge Menschen der Übergang von der Schule ins Berufsleben durch einen Lehrstellenmangel geprägt. Heute suchen die Betriebe Hände ringend nach Auszubildenden. Das Problem ist deshalb aber nicht gelöst, stellen die Bildungsexperten der „Weinheimer Initiative“ fest. Die Arbeitsgemeinschaft für „Lokale Bildung und Ausbildung“ traf sich jetzt – wie jedes Jahr – an ihrem Gründungs- und Namensgebungsort zur „Sommerklausur“.

In der Weinheimer Initiative engagieren sich Städte und Landkreise, Stiftungen und Bildungsexperten für „Kommunale Koordinierung“ bei der Gestaltung des Übergangs von der Schule in die Arbeitswelt. Rund 30 Kommunen und Kreise haben sich der Bewegung mittlerweile angeschlossen, darunter jetzt auch die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel. Deren Vertreter aus dem Büro für Kommunales Übergangsmanagement besuchten zum ersten Mal die „Geburtstadt“
der Initiative, die weiter wächst und als Expertengremium bundesweit Gehör findet. Weinheim selbst ist als Bildungsregion in Baden-Württemberg, seinem Bildungsbüro und seiner „Bildungskette“ eine Art Modellkommune der Arbeitsgemeinschaft.
Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard ist einer der Vorsitzenden, die in Weinheim ansässige Freudenberg-Stiftung fördert die Arbeitsgemeinschaft.

„Die Rahmenbedingungen ändern sich dramatisch“, so fasste Dr. Wilfried Kruse, der Dortmunder Sozialforscher und Sprecher der „Weinheimer Initiative“ die aktuellen Entwicklungen zusammen.
Berufsorientierung von Schülern und deren Ausbildungsreife, der Übergang in die Arbeitswelt, dies sei für die Unternehmen mittlerweile kein sozialpolitisches Thema mehr, sondern eine betriebswirtschaftliche Frage der Personalsicherung. Der demographische Wandel und der steigende Fachkräftebedarf in der Wirtschaft verändere die Situation, nicht aber die Notwendigkeit, den Übergang zwischen Schule und Berufsleben zu gestalten. Denn noch immer sei die Diskrepanz zwischen der Erwartung der Schüler und der Erwartung der Betriebe zu hoch, das Ankommen von Jugendlichen in der Arbeitswelt gelinge nach wie vor zu selten. Folgen seien berufliche und soziale Desintegration. Kruse: „Nicht jeder, der einen Ausbildungsplatz hat, ist automatisch auch ausbildungsreif.“

Die Sprecher der „Weinheimer Initiative“ warnten jetzt in einem Fazit der Sommerklausur davor, die kommunale Steuerung des so genannten Übergangsmanagements vor dem Hintergrund des Azubi-Mangels zu vernachlässigen. In der Politik gebe es schon ersten Tendenzen. Kruse: „Man spürt bisweilen die Erwartungshaltung, dass sich das Thema wegen der demographischen Situation und des wirtschaftlichen Aufschwungs schon von alleine erledigen werde.“ Diese Einstellung greife aber zu kurz und gehe an der Realität vorbei. Wie der Übergang zwischen Schule und Berufsleben gerade unter kommunaler Steuerung gestaltet werde, sei nach wie vor der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche und integrierte Berufsausübung und damit auch für die volkswirtschaftliche Lage der Republik.  Kruse: „Die kommunale Übergangskoordinierung bleibt ein wichtiges Strukturelement des Bildungssystems.“  

  Print    


1. März 2011; Roland Kern, Journalist – Weinheimer Initiative, Pressesprecher der Stadt Weinheim Minimize

„Können auf keinen verzichten“

Interview mit dem Dortmunder Sozialwissenschaftler Dr. Wilfried Kruse, dem Initiator und Koordinator der „Weinheimer Initiative“ zur Jahrestagung in Hoyerswerda

Herr Dr. Kruse, die Jahrestagung der „Weinheimer Initiative“ 2011 fand in Hoyerswerda statt – einer schrumpfenden Stadt. Man kann dahinter eine Symbolik vermuten. Was bedeutet eine kommunale Verantwortung für Bildung und Ausbildung gerade an einem Standort wie Hoyerswerda?

Das Thema der Jahrestagung, das Lehrstück Übergang, konnte sich ganz gut reiben mit den Problemen in der Stadt Hoyerswerda, dem Bevölkerungsrückgang und der schwierigen wirtschaftlichen Situation. Natürlich stellt sich hier noch besonders und noch mehr als in anderen Städten die Frage, wie gewinnt man die Zukunft, wie gewinnt man die Heranwachsenden für den Arbeitsmarkt. Die lebenspraktische Bildung ist hier zweifellos ein Standortfaktor.

Lokale Bildungsverantwortung als Standortfaktor und Zukunftssicherung einer Kommune und einer ganzen Region: Wie weit konnte die „Weinheimer Initiative“ diesen Gedanken in den Kommunen schon verwurzeln? Oder  braucht es eine gewissermaßen soziale oder demographische Notlage wie in Hoyerswerda?

Mit der sozialen Notlage hat das weniger zu tun. Das war sicher so am Anfang der Weinheimer Initiative, aber mittlerweile hat doch ein Wechsel der Perspektiven stattgefunden. Wir dürfen die Diskussion nicht auf Benachteiligte beschränken, das wäre eine verhängnisvolle Verkürzung des Problems. Das Wegbrechen von Königswegen ins Berufsleben ist für alle Jugendliche problematisch. Deshalb stellt sich überall die Frage, wie wir auf kommunaler Ebene damit umgehen Vor vier Jahren gab es das Schlagwort, es darf keiner zurückbleiben. Heute heißt es eher: Wir können auf keinen verzichten.

Die Wirtschaft, vor allem das Handwerk, beklagt heute schon einen Mangel an Fachkräften. Diese Entwicklung wird sich verschärfen. Bedeutet das grundsätzlich einen Vorteil, eine Erleichterung für Ihre Arbeit? Oder nur eine Verschiebung?

Dass die einzelne Nachfrage nach Arbeitskräften deutlich gestiegen ist, signalisiert zunächst einmal eine Veränderung der Gesamtsituation. Dadurch erweitern sich aber eher die Aufgaben einer kommunalen Koordinierung.  Denn der Blick muss dann natürlich auf beide Seiten gerichtet sein. Auf die Seite der Auszubildenden und auf die Seite der Berufsbildungsangebote. Diese müssen attraktiver sein, um den Bedürfnissen junger Leute gerecht zu werden, die sich heute differenzierter darstellen als früher. Unsere Aufgabe wird also vielschichtiger, weil sie künftig noch mehr zum Beispiel die Kammern, die Betriebe und die Akteure der Wirtschaftsförderung einbinden muss, nicht zuletzt die berufsbildenden Schulen. 

Herr Dr. Kruse, Deutschland blickt auf die größte Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg zurück. Hat diese Krise ihre Ziele in weitere Ferne gerückt, beziehungsweise ihre Bemühungen erschwert, zumal die Kommunen trotz des aktuellen Aufschwungs finanziell nach wie vor geschädigt sind?

Wir haben feststellen können, dass die Kommune und Kreise, die eine kommunale Koordinierung geplant hatten, diese auch trotz der Krise eingerichtet haben. Auch ist das Thema mittlerweile recht prominent bei Bundesprogrammen platziert. Es ist also eine gewisse Stabilität eingetreten. Andererseits, die Stunde der Wahrheit kommt erst noch, wenn in den nächsten beiden Jahren Bundesprogramme auslaufen.

Wie sollte es dann weitergehen, wer sollte sich verantwortlich fühlen?

Es ist eine zentrale Forderung der Weinheimer Initiative seit ihrer Gründung, dass die Kommunale Koordinierung institutionalisiert wird und nicht von Projektfinanzierung abhängt. Es muss unserer Ansicht nach eine Regelfinanzierung geben. Da die Kommunale Koordinierung nach ein Teil des staatlichen Bildungsauftrages ist, kommt eine gemeinsame Finanzierung durch Stadt und Land am ehesten in Betracht. Aber es geht uns nicht einmal vorrangig  um die Finanzierung sondern um die Demonstration des gemeinsamen Willens.

Das aktuelle Thema der Jahrestagung und der „Hoyerswerdaer Erklärung“ lautet „Lehrstück Übergang“ und rückt den Jugendlichen selbst in den Mittelpunkt. Warum haben Sie diesen Schwerpunkt gewählt? Hatten Sie den Eindruck, die Betroffenen selbst seien zuletzt vernachlässigt worden? Oder haben sich Rahmenbedingungen verändert?

Nein, sie wurden natürlich nicht vernachlässigt, dies so darzustellen wäre eine Beleidigung aller, die sich bislang bei dem Thema engagiert haben. Es geht darum, was die Botschaft des Übergangsprozesses ist. Die kann nicht sein, dass ihnen – trotz unserer Hilfe – die Gesellschaft keine Chance gibt. Wie gehen wir mit den jungen Leuten um, denen wir helfen wollen? Sie einfach an der Hand nehmen, ihnen keine Lücken oder selbstständige Entscheidungen lassen, wäre falsch. Dann haben sie vielleicht einen Beruf, aber haben wir dann dem Menschen beim Eintritt ins Erwachsenenleben wirklich geholfen? Die besten Übergangswege sind solche, die sich der Jugendliche selbst gesucht hat. Das wollen wir mit diesem Schwerpunktthema und der „Hoyerswerdaer Erklärung“ betonen.

  Print    


Jahresforum 2012 Minimize
  Print    


Arbeitsgemeinschaft Minimize

 

Die Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative

 

Fokus: Kommunale Koordinierung

  Print