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Weinheimer Initiative

Die Arbeitsgemeinschaft

Die Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative

 

Fokus: Kommunale Koordinierung

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Februar 2012 Minimize

Jahresforum 2012 der Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative

Am 01. und 02. Februar 2012 fand in Kiel das diesjährige Jahresforum der Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initative statt. 170 Experten aus Wirtschafts, Politik und Wissenschaft diskutierten zum Schwerpunktthema: "Fachkräfte &kommunale Koordinierung: Berufseinstiege gut gestalten". Die Dokumentation des Jahresforums finden Sie hier.

 

 

Schleswig-Holsteinische Zeitung: "Kieler Erklärung für besseren Berufseinstieg"


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Kieler Erklärung Minimize

"Kieler Erklärung"

Anlässlich ihres Jahresforum 2012 veröffentlichte die Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative die "Kieler Erklärung".
Die Erklärung wurde von Dr. Wilfried Kruse (Koordinator Weinheimer Initative), Torsten Albig (Oberbürgermeister Landeshauptstadt Kiel), Heiner Bernhard (Oberbürgermeister der Stadt Weinheim & Sprecher der Weinheimer Initative) und Stefan Skora (Oberbürgermeister der Stadt Hoyerswerda & Sprecher der Weinheimer Initative) unterzeichnet:

 FACHKRÄFTE & KOMMUNALE KOORDINIERUNG: BERUFSEINSTIEGE LOKAL GUT GESTALTEN

 Kommunale Koordinierung bei der lokalen Gestaltung der Übergänge von der Schule in die Arbeitswelt:  das ist das Markenzeichen der „Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative“ und der bei ihr mit arbeitenden Städte und Landkreise. Übergänge sind dann erfolgreich, wenn die jungen Erwachsenen in der Arbeitswelt gut ankommen und sich ihnen optionsreiche Perspektiven für ihre berufliche Zukunft eröffnen.

Nach mehr als einem Jahrzehnt, in denen viele Jugendliche mit ihrem Wunsch nach einem Ausbildungsplatz scheiterten, wird nun die Befürchtung laut, dass Ausbildungsplätze nicht zu besetzen seien und sich damit der befürchtete Fachkräftemangel verschärfe. „Niemand darf zurückbleiben“ als sozialpolitisches Motto der vergangenen Periode wird ergänzt oder ersetzt durch das Motto: „Jede und jeder wird gebraucht“. Diese Veränderungen lassen erwarten, dass sich die Chancen, die Jugendliche beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt haben, verbessern.

Ein erweitertes Verständnis von Übergang und Koordinierung

Erledigt sich damit die kommunale Herausforderung, durch die Förderung und Gestaltung von Übergängen Zukunftssicherung für die jungen Menschen wie für das Gemeinwesen insgesamt zu betreiben? Die Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative sieht die Koordinierung am Übergang Schule – Arbeitswelt nicht als eine vorübergehende Aktivität an, sondern als eine Daueraufgabe. [...]

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Tagung in Weinheim Minimize

Nicht nachlassen am Übergang

Bildungsexperten der „Weinheimer Initiative“ tagten in Weinheim -  Auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren

Weinheim. Die Zeiten haben sich geändert. Vor ein paar Jahren noch war für junge Menschen der Übergang von der Schule ins Berufsleben durch einen Lehrstellenmangel geprägt. Heute suchen die Betriebe Hände ringend nach Auszubildenden. Das Problem ist deshalb aber nicht gelöst, stellen die Bildungsexperten der „Weinheimer Initiative“ fest. Die Arbeitsgemeinschaft für „Lokale Bildung und Ausbildung“ traf sich jetzt – wie jedes Jahr – an ihrem Gründungs- und Namensgebungsort zur „Sommerklausur“.

In der Weinheimer Initiative engagieren sich Städte und Landkreise, Stiftungen und Bildungsexperten für „Kommunale Koordinierung“ bei der Gestaltung des Übergangs von der Schule in die Arbeitswelt. Rund 30 Kommunen und Kreise haben sich der Bewegung mittlerweile angeschlossen, darunter jetzt auch die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel. Deren Vertreter aus dem Büro für Kommunales Übergangsmanagement besuchten zum ersten Mal die „Geburtstadt“
der Initiative, die weiter wächst und als Expertengremium bundesweit Gehör findet. Weinheim selbst ist als Bildungsregion in Baden-Württemberg, seinem Bildungsbüro und seiner „Bildungskette“ eine Art Modellkommune der Arbeitsgemeinschaft.
Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard ist einer der Vorsitzenden, die in Weinheim ansässige Freudenberg-Stiftung fördert die Arbeitsgemeinschaft.

„Die Rahmenbedingungen ändern sich dramatisch“, so fasste Dr. Wilfried Kruse, der Dortmunder Sozialforscher und Sprecher der „Weinheimer Initiative“ die aktuellen Entwicklungen zusammen.
Berufsorientierung von Schülern und deren Ausbildungsreife, der Übergang in die Arbeitswelt, dies sei für die Unternehmen mittlerweile kein sozialpolitisches Thema mehr, sondern eine betriebswirtschaftliche Frage der Personalsicherung. Der demographische Wandel und der steigende Fachkräftebedarf in der Wirtschaft verändere die Situation, nicht aber die Notwendigkeit, den Übergang zwischen Schule und Berufsleben zu gestalten. Denn noch immer sei die Diskrepanz zwischen der Erwartung der Schüler und der Erwartung der Betriebe zu hoch, das Ankommen von Jugendlichen in der Arbeitswelt gelinge nach wie vor zu selten. Folgen seien berufliche und soziale Desintegration. Kruse: „Nicht jeder, der einen Ausbildungsplatz hat, ist automatisch auch ausbildungsreif.“

Die Sprecher der „Weinheimer Initiative“ warnten jetzt in einem Fazit der Sommerklausur davor, die kommunale Steuerung des so genannten Übergangsmanagements vor dem Hintergrund des Azubi-Mangels zu vernachlässigen. In der Politik gebe es schon ersten Tendenzen. Kruse: „Man spürt bisweilen die Erwartungshaltung, dass sich das Thema wegen der demographischen Situation und des wirtschaftlichen Aufschwungs schon von alleine erledigen werde.“ Diese Einstellung greife aber zu kurz und gehe an der Realität vorbei. Wie der Übergang zwischen Schule und Berufsleben gerade unter kommunaler Steuerung gestaltet werde, sei nach wie vor der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche und integrierte Berufsausübung und damit auch für die volkswirtschaftliche Lage der Republik.  Kruse: „Die kommunale Übergangskoordinierung bleibt ein wichtiges Strukturelement des Bildungssystems.“  

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1. März 2011; Roland Kern, Journalist – Weinheimer Initiative, Pressesprecher der Stadt Weinheim Minimize

„Können auf keinen verzichten“

Interview mit dem Dortmunder Sozialwissenschaftler Dr. Wilfried Kruse, dem Initiator und Koordinator der „Weinheimer Initiative“ zur Jahrestagung in Hoyerswerda

Herr Dr. Kruse, die Jahrestagung der „Weinheimer Initiative“ 2011 fand in Hoyerswerda statt – einer schrumpfenden Stadt. Man kann dahinter eine Symbolik vermuten. Was bedeutet eine kommunale Verantwortung für Bildung und Ausbildung gerade an einem Standort wie Hoyerswerda?

Das Thema der Jahrestagung, das Lehrstück Übergang, konnte sich ganz gut reiben mit den Problemen in der Stadt Hoyerswerda, dem Bevölkerungsrückgang und der schwierigen wirtschaftlichen Situation. Natürlich stellt sich hier noch besonders und noch mehr als in anderen Städten die Frage, wie gewinnt man die Zukunft, wie gewinnt man die Heranwachsenden für den Arbeitsmarkt. Die lebenspraktische Bildung ist hier zweifellos ein Standortfaktor.

Lokale Bildungsverantwortung als Standortfaktor und Zukunftssicherung einer Kommune und einer ganzen Region: Wie weit konnte die „Weinheimer Initiative“ diesen Gedanken in den Kommunen schon verwurzeln? Oder  braucht es eine gewissermaßen soziale oder demographische Notlage wie in Hoyerswerda?

Mit der sozialen Notlage hat das weniger zu tun. Das war sicher so am Anfang der Weinheimer Initiative, aber mittlerweile hat doch ein Wechsel der Perspektiven stattgefunden. Wir dürfen die Diskussion nicht auf Benachteiligte beschränken, das wäre eine verhängnisvolle Verkürzung des Problems. Das Wegbrechen von Königswegen ins Berufsleben ist für alle Jugendliche problematisch. Deshalb stellt sich überall die Frage, wie wir auf kommunaler Ebene damit umgehen Vor vier Jahren gab es das Schlagwort, es darf keiner zurückbleiben. Heute heißt es eher: Wir können auf keinen verzichten.

Die Wirtschaft, vor allem das Handwerk, beklagt heute schon einen Mangel an Fachkräften. Diese Entwicklung wird sich verschärfen. Bedeutet das grundsätzlich einen Vorteil, eine Erleichterung für Ihre Arbeit? Oder nur eine Verschiebung?

Dass die einzelne Nachfrage nach Arbeitskräften deutlich gestiegen ist, signalisiert zunächst einmal eine Veränderung der Gesamtsituation. Dadurch erweitern sich aber eher die Aufgaben einer kommunalen Koordinierung.  Denn der Blick muss dann natürlich auf beide Seiten gerichtet sein. Auf die Seite der Auszubildenden und auf die Seite der Berufsbildungsangebote. Diese müssen attraktiver sein, um den Bedürfnissen junger Leute gerecht zu werden, die sich heute differenzierter darstellen als früher. Unsere Aufgabe wird also vielschichtiger, weil sie künftig noch mehr zum Beispiel die Kammern, die Betriebe und die Akteure der Wirtschaftsförderung einbinden muss, nicht zuletzt die berufsbildenden Schulen. 

Herr Dr. Kruse, Deutschland blickt auf die größte Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg zurück. Hat diese Krise ihre Ziele in weitere Ferne gerückt, beziehungsweise ihre Bemühungen erschwert, zumal die Kommunen trotz des aktuellen Aufschwungs finanziell nach wie vor geschädigt sind?

Wir haben feststellen können, dass die Kommune und Kreise, die eine kommunale Koordinierung geplant hatten, diese auch trotz der Krise eingerichtet haben. Auch ist das Thema mittlerweile recht prominent bei Bundesprogrammen platziert. Es ist also eine gewisse Stabilität eingetreten. Andererseits, die Stunde der Wahrheit kommt erst noch, wenn in den nächsten beiden Jahren Bundesprogramme auslaufen.

Wie sollte es dann weitergehen, wer sollte sich verantwortlich fühlen?

Es ist eine zentrale Forderung der Weinheimer Initiative seit ihrer Gründung, dass die Kommunale Koordinierung institutionalisiert wird und nicht von Projektfinanzierung abhängt. Es muss unserer Ansicht nach eine Regelfinanzierung geben. Da die Kommunale Koordinierung nach ein Teil des staatlichen Bildungsauftrages ist, kommt eine gemeinsame Finanzierung durch Stadt und Land am ehesten in Betracht. Aber es geht uns nicht einmal vorrangig  um die Finanzierung sondern um die Demonstration des gemeinsamen Willens.

Das aktuelle Thema der Jahrestagung und der „Hoyerswerdaer Erklärung“ lautet „Lehrstück Übergang“ und rückt den Jugendlichen selbst in den Mittelpunkt. Warum haben Sie diesen Schwerpunkt gewählt? Hatten Sie den Eindruck, die Betroffenen selbst seien zuletzt vernachlässigt worden? Oder haben sich Rahmenbedingungen verändert?

Nein, sie wurden natürlich nicht vernachlässigt, dies so darzustellen wäre eine Beleidigung aller, die sich bislang bei dem Thema engagiert haben. Es geht darum, was die Botschaft des Übergangsprozesses ist. Die kann nicht sein, dass ihnen – trotz unserer Hilfe – die Gesellschaft keine Chance gibt. Wie gehen wir mit den jungen Leuten um, denen wir helfen wollen? Sie einfach an der Hand nehmen, ihnen keine Lücken oder selbstständige Entscheidungen lassen, wäre falsch. Dann haben sie vielleicht einen Beruf, aber haben wir dann dem Menschen beim Eintritt ins Erwachsenenleben wirklich geholfen? Die besten Übergangswege sind solche, die sich der Jugendliche selbst gesucht hat. Das wollen wir mit diesem Schwerpunktthema und der „Hoyerswerdaer Erklärung“ betonen.

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Buchankündigung

Lokale Bildungsverantwortung

Voraussichtlicher Erscheinungstermin: März 2012

Infos und Vorbestellung

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